
Unser Handwerk
Drechseln
Unsere Produkte sind handgedrechselt und überwiegend aus trockenem Holz gearbeitet (mind. 2-3 Jahre gelagert). Einzig die Vasen werden teilweise nass gedrechselt (3-6 Monate gelagert).
Um eine harmonische Anordnung der Holzmaserung auf dem Gefäss zu erhalten und die Holzzeichnung zu betonen, sind die meisten Gefässe quer zur Holzfaser gedrechselt (Querholzdrechseln, Bild links/oben, Arve unbehandelt). Beim Längsholzdrechseln ist die Holzzeichnung weniger prominent (Bild rechts/unten, Ahorn geölt).
Urushi
Jahrhundertealtes Lackhandwerk aus Japan
Urushilack wird aus dem Harz des asiatischen Lackbaums (Rhus verniciflua) durch Ritzen während den Sommer- und Herbstmonaten gewonnen. Während der Ernte fallen unterschiedliche Materialqualitäten an, welche u.a. vom Wassergehalt des Harzes abhängen - je weniger Wasseranteil, desto klarer ist der Lack nach dem Aushärten. Höhere Qualitäten fallen in sehr geringen Mengen an und sind entsprechend sehr teuer. Aufgrund der begrenzten Erntemenge (max. 300 ml Urushi pro Baum) und des langsam nachwachsenden Rohstoffs (Ernte an zehn- bis fünfzehnjährigen Bäumen) ist Urushilack generell ein sehr kostbares Produkt, das mit grosser Sorgfalt verarbeitet wird. Nach der Ernte stirbt der Baum ab, wird als Brennholz verwendet und bereits im nächsten Frühling wächst ein neuer Trieb.
Urushi eignet sich insbesondere für Holz und wird traditionell auf handgedrechselten Holzgefässen und in der Innenarchitektur angewandt. Einmal ausgehärtet, ist Urushi lebensmittelecht, beständig gegen warme und kalte Speisen sowie Flüssigkeiten, alkohol- und säureresistent. Selbst mit Lösungsmittel ist Urushi nicht mehr zu entfernen.
Der in flüssigem Zustand trübe Rohlack (Ki Urushi) wird in mind. sechs, sehr dünnen Lagen aufgetragen und verrieben. Beim Aushärten in einer Trocknungskammer (idealerweise bei 23°C und 80% Luftfeuchtigkeit) polymerisiert der Lack, wird klar und erhält seinen besonderen, tiefen Glanz. Struktur und Maserung des Holzes bleiben sichtbar und werden sogar betont.
Wird unter der ersten Urushi-Lage rotes oder schwarzes Pigmentpulver aufgebracht, ergibt sich eine leichte Tönung des Holzes - wie beispielsweise bei diesen Bechern aus Esche mit schwarzem (links), ohne (Mitte) und rotem Pigment-pulver (rechts.)
Ähnlich wie bei der Kintsugi-Technik (Flicken von Keramik mit Urushi), können Risse im Holz mit einem Gemisch aus Urushi und Tonerdepulver (Tonokko) verfüllt werden. Zur Verstärkung kann zudem ein Stoffband mit einer Paste aus Urushi, Reismehl und Tonokko aufgeklebt werden. Üblicherweise wird damit der Schalenrand gegen Beschädigungen geschützt.
Um eine deckende Oberfläche zu erhalten, kann mit Pigment versetzter Urushi verwendet werden, üblicherweise in schwarz oder rot. Andere Farben sind wegen der bräunlichen Eigenfarbe von Urushi schwieriger herzustellen. Deckender Lack wird mit Pinseln aus sehr feinem japanischen Frauenhaar aufgetragen.
Als weitere Gestaltungsmöglichkeiten können in den noch nassen Lack Tonerde, Metallpulver oder -folien, Perlmutt oder Eierschalen eingelegt und mit weiteren Urushi-Lagen überdeckt und geschützt werden. Eine ganz eigene Optik erhält das Holz durch Flämmen und Versiegeln mit Urushi.
Das Spannende an Urushi ist, dass jeder Gegenstand mit beinahe unendlichen Möglichkeiten beliebig weiter bearbeitet werden kann. Je nach gewünschtem Verwendungszweck können besonders robuste Oberflächen geschaffen werden - es gibt ganze Badezimmer, Waschbecken oder sogar hölzerne und mit Urushi versiegelte Badewannen.